24h-Stunden-Bereitschaft des Herzkatheterlabors im Klinikum Memmingen


Allgemeine Informationen

Seit längerem ist unstrittig, dass die primäre perkutane Coronarintervention die bevorzugte Behandlungsstrategie beim ST-Hebungsinfarktes (STEMI) ist.

Die medikamentöse Fibrinolyse (prästationär vom Notarzt verabreicht) ist nur noch indiziert, wenn eine interventionelle Versorgung des Infarktpatienten erst mit einer Verzögerung von mehr als 90 Minuten im Vergleich zum Lysebeginn erfolgen kann. Eine stationäre Fibrinolysetherapie beim akuten ST-Hebungsinfarktes (STEMI) im Krankenhaus selbst sollte heutzutage wegen ihrer klaren Unterlegenheit gegenüber der primären perkutane Coronarintervention nur noch eine seltene Ausnahme darstellen.

Ab 01.11.2007 ist eine primäre perkutane Coronarintervention bei Patienten mit akutem Herzinfarkt rund um die Uhr im Klinikum Memmingen möglich.

Somit ist für Patienten aus der Stadt Memmingen, aus dem Landkreis Unterallgäu und dem angrenzenden Baden-Württemberg gewährleistet, dass sie im Falle eines akuten Herzinfarkt auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten, insbesondere nachts, während Feiertagen oder an Wochenenden mit der aktuell besten Therapie gemäß internationalen Standards versorgt werden können.

Patienten aus umliegenden Krankenhäusern, die über keine interventionelle Kardiologie verfügen, können von dieser Neuerung profitieren und müssen nicht mehr in weit entfernte Universitätskliniken verlegt werden.

Optimale Organisationsabläufe im Klinikum Memmingen und Einrichtung einer Herzinfarkthotline ermöglichen eine „door to balloon time" (Zeit Zwischen Aufnahmezeit und Gefäßeröffnung) von weniger als 60 Minuten ohne Vorankündigung und von weniger als 30 Minuten nach entsprechender Vorankündigung. Diese Zeitintervalle entsprechen den Forderungen internationaler Leitlinien.


Unser Notfall-Team

Vier erfahrene Fachärzte für Kardiologie führen die perkutane Koronarintervention durch.

Fünf weitere intensivmedizinisch erfahrene Ärzte (größtenteils Fachärzte für Innere Medizin) assistieren im Rahmen der Rufbereitschaft die Intervention und gewährleisten insbesondere bei hämodynamisch instabilen Patienten die intensivmedizinische Versorgung des Patienten im Herzkatheterlabor.

Vier speziell ausgebildete Katheterschwestern sowie für die Rufbereitschaft  zusätzlich fünf erfahrenen Intensivschwestern assistieren bei der Intervention.